Gewächshäuser in den Anden
AbgelaufenEine nachhaltige Strategie zur Bekämpfung von Anämie und zur Stärkung der Ernährungssicherheit
In den hochgelegenen Andengemeinden im Süden Perus, in denen raue Wetterbedingungen die landwirtschaftliche Produktion einschränken, sind Anämie und Unterernährung bei Kindern nach wie vor ernsthafte Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit. Laut der Demografie- und Gesundheitsumfrage (ENDES) 2022 des INEI, leiden 42,4 % der Kinder im Alter von 6 bis 35 Monaten an Anämie. Dies ist ein alarmierender Wert! Er macht die Notwendigkeit eines nachhaltigen Zugangs zu nährstoffreichen und sättigenden Lebensmitteln deutlich. Die Organisation Con Corazón hat sich mit dieser Problematik auseinandergesetzt und das Projekt «Familiengewächshaus» lanciert. Dies in der ländlichen Gemeinde Marampaqui im Departement Cusco. Die Initiative zielt darauf ab, die Ernährungssicherheit zu stärken, die Ernährung zu verbessern und die produktive Selbstversorgung zu fördern. Durch die Kombination geeigneter Technologien - mit aktiver Beteiligung der Gemeinde - hat das Projekt direkte Auswirkungen auf die Gesundheit, die Wirtschaft und das Wohlergehen der Andenfamilien.
Normale Lebensmittel in über 4.000 Metern Höhe?
Der Ackerbau in diesen hochgelegenen Regionen gelingt nur mit Pflanzen, welche an die extremen Klimabedingungen angepasst sind. Es sind dies Kartoffeln, Quinoa und Chuño, die die Menschen pflanzen. Aufgrund ihres Energiewertes und ihrer langen Haltbarkeit bilden sie die Basis der Ernährung. Tierische Proteine stammen hauptsächlich von Meerschweinchen, Lamas und Alpakas. Diese Arten haben sich ebenso an die Höhenlage angepasst und liefern Fleisch, Wolle und Arbeitskraft, was für die Ernährungssicherheit in den peruanischen Anden elementar ist.
Heilpflanzen
Häufig angebaut werden Heilpflanzen wie Muña, die bei Verdauungsproblemen und Höhenkrankheit eingesetzt wird. Kokablätter wirken schmerzlindernd, steigern die Energie und werden in Zeremonien verwendet. Weitere wichtige Pflanzen sind Minze, zur Förderung der Verdauung und zum Stressabbau sowie Hercampuri, das traditionell zur Behandlung von Diabetes verwendet wird.
Von Con Corazón erkannte Notwendigkeit
Die Lancierung von Gewächshäusern in Marampaqui ist eine wirksame Lösung – einerseits gegen den Mangel an Gemüse in der lokalen Ernährung und andererseits gegen die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels. Die Konstruktionen schützen die Pflanzen vor Frost, starkem Regen und Wind. Zudem schaffen sie ein kontrolliertes Mikroklima, das einen ganzjährigen Anbau ermöglicht. Sie sorgen für stabile Temperaturen, verhindern Schäden an den Pflanzen während kalter Nächte und verbessern die Wassereffizienz, indem sie die Bewässerungshäufigkeit reduzieren. Wirtschaftlich gesehen verbessern die Gewächshäuser die Ernährungssicherheit. Sie steigern das Familieneinkommen durch häufigere sowie qualitativ hochwertigere Ernten und diversifizieren die Produktion. Die Unterernährung verringert sich und der Zugang zu frischen, nährstoffreichen Lebensmitteln ist gewährleistet.

Konstruktion
Jedes Gewächshaus ist an die Bedingungen in den Anden angepasst. Es verbindet lokale Materialien wie Lehmziegel, Ziegel und Eukalyptusholz mit modernen Technologien wie thermoplastischem Polyethylen. Durch dieses Projekt wird die Widerstandsfähigkeit der Gemeinden gegenüber dem Klimawandel gestärkt, die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft gefördert und die wirtschaftliche Entwicklung in den am stärksten gefährdeten Regionen Perus unterstützt.

Der Umsetzungsplan
Das Marampaqui-Gewächshausprojekt wurde sorgfältig geplant und mehrere Monate vor Baubeginn unter Beteiligung aller vorbereitet. In den ersten Treffen ging es darum, die Vorteile von Gewächshäusern für die Lebensmittelproduktion aufzuzeigen und die Wichtigkeit derer für die Ernährung der Familien in den Vordergrund zu stellen. In späteren Sitzungen wurden Umsetzungs- und Zeitplan sowie die Zuständigkeiten festgelegt. Die Begünstigten steuerten lokale Materialien wie Lehmziegel, Ziegelsteine und Eukalyptusholz sowie Arbeitskraft bei. Dadurch wurden das Verantwortungsbewusstsein und die gemeinsame Arbeit gefördert. Alleinerziehende Mütter fanden Anschluss und Unterstützung bei anderen Teilnehmenden, sodass letztlich alle Familien ihre Gewächshäuser fertigstellen konnten.
Con Corazón stellte wichtige Materialien wie Plastikdächer, Nägel, Bretter, Plastikrohre, Eisen, Netze und Metalldraht zur Verfügung. Dank dieser gemeinsamen Leistung konnte jede Familie ihr eigenes Gewächshaus bauen und selbst entscheiden, welche Gemüsesorten und Heilpflanzen sie präferieren und anbauen möchten. Die Initiative stärkt somit nicht nur die lokale Lebensmittelproduktion und Selbstversorgung, sondern auch die soziale Zusammenarbeit und Gemeinschaft in den Hochanden.

Wirtschaftliche Perspektiven
Einige Begünstigte des Gewächshausprojekts haben sich dazu entschieden, neben Gemüse auch Erdbeeren anzubauen. Die idealen Bedingungen im Gewächshaus begünstigen die Produktion dieser beliebten Früchte geradezu. Diese Neuanpflanzung diversifiziert die landwirtschaftliche Produktion und schafft Einkommensmöglichkeiten für Familien. Der Verkauf der Erdbeeren auf lokalen Märkten generiert zusätzliches Einkommen, verbessert die Haushaltsfinanzen und fördert das ländliche Unternehmertum. Dies stärkt sowohl die Nachhaltigkeit des Projekts als auch die Entwicklung der Gemeinde.

Koordinationsstrategie
Dino Cruz, unser Gesundheitsförderer im Marampaqui Medical Center, spielte eine Schlüsselrolle bei der Nachbereitung des Projekts. Mit seinem Motorrad besuchte er die einzelnen Anspruchsberechtigten, um die Fortschritte zu überwachen. Dabei leistete er ihnen einerseits technischen Support, aber auch immer wieder eine grosse Portion Motivation. Ausserdem organisierte er regelmässige Koordinationssitzungen, um eine reibungslose Kommunikation zwischen den Beteiligten sicherzustellen. Dank seiner engen Beziehung zur Gemeinde gelang es ihm, Verantwortungsbewusstsein und Engagement zu fördern und die Familien zu motivieren, ihre Ziele zu erreichen.

Fazit
Das Projekt «Familiengewächshaus» hat sich als wirksame Strategie erwiesen, um die Ernährungssicherheit zu stärken, die Ernährung zu verbessern und nachhaltige Landwirtschaft unter extremen klimatischen Bedingungen zu fördern. Sie gewährleistet nicht nur das ganze Jahr über frische Lebensmittel, sondern fördert auch die Gemeinschaft, die Übernahme von Verantwortung und die Selbstbestimmung, insbesondere von Frauen und alleinerziehenden Müttern. Durch die Verwendung lokaler Materialien und geeigneter Technologien konnte eine Anpassung an die Bedingungen in den Anden erreicht werden, wodurch Langlebigkeit und Funktionalität gewährleistet sind.
Diese Kampagne hat grosses Potenzial, welches für andere ländliche Regionen in den Anden oder für Gebiete mit ähnlichen geografischen/klimatischen Herausforderungen interessant sein könnte. Mit angemessener Schulung, technischer Unterstützung sowie der Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und/oder Partnerinstitutionen kann dieses Modell auf weitere Gemeinden übertragen werden. Das «Familiengewächshaus» ist letztendlich eine nachhaltige, lokale Lösung gegen Klimawandel und Armut, aber auch als wirksames Mittel gegen Anämie in der eingangs erwähnten Zielgruppe von Babys und Kleinkindern. Ganz besonders jedoch ein inspirierendes Beispiel dafür, wie gemeindegesteuerte Initiativen die Lebensqualität benachteiligter ländlicher Bevölkerungsgruppen verbessern können.
November 2025
Empowerment Dank Fair Trade
AbgelaufenDieser Bericht erzählt beispielsweise, wie es zur Zusammenarbeit kam von Con Corazón und El Tucan. Dieses Fair Trade-Unternehmen feiert dieses Jahr übrigens auch Geburtstag – bereits den 35. Und das Zusammengehen besteht nunmehr seit 10 Jahren. Fabio Höltschi hat in einem Interview viel erzählt über die Entwicklung, das Leben vor Ort sowie über El Tucan, gegründet im 1990 von seinen Eltern Peter und Brigitte.
Strickerinnen
Wie alles begann
Vor 15 Jahren, bei der Gründung von Con Corazón sind erste handgestrickte Arbeiten entstanden. Also «Hilfe zur Selbsthilfe». Unter der Anleitung von Doña Katharina (Katharina Turkier) lernten die Mamas stricken und häkeln.
Doch es stellte sich heraus, 20 Maschen und 20 Reihen sind bei allen verschieden. So hat Doña Katharina die «Maschenprobe» eingeführt. Sie zeigte den Strickerinnen, wie man Differenzen ausgleichen kann, beispielsweise mit dickeren oder dünneren Nadeln. Die Maschenprobe war die Grundlage für die Berechnung eines neuen, markttauglichen Accessoires. Die ersten Topflappen entstanden und wurden zunächst in Eigenregie in der Schweiz verkauft.

Atelier
Für Con Corazón arbeiten aktuell fünf Frauen - ist aber wechselnd, je nach Auftragslage. Sie stricken in der Produktionsstätte in Piñipampa. Hier finden sie ein lockeres, fröhliches und trotzdem konzertiertes Arbeitsklima. Sie alle sind Quereinsteigerinnen. Werkzeuge sind vorhanden in Form von Strick- und Häkelnadeln, Strickmaschinen und natürlich dem Rohmaterial Alpaka-Wolle. Ab und an arbeiten die Mamas auch bei sich zu Hause. Je nachdem was ihnen besser zusagt. Die bestehenden Familienstrukturen bleiben somit erhalten.
Die Arbeit bei Con Corazón ist sehr beliebt und begehrt. Die Frauen verdienen über der Norm und dies mit sicheren Lohnzahlungen. Eine Vergrösserung des Teams ist nicht geplant. Eine Weiterentwicklung muss organisch wachsen und ist damit nachhaltiger. Produkte müssen auch einen Absatz finden. Die Chemie im Team könnte kippen, wenn das Atelier extrem wachsen würde. Die Kalkulierbarkeit muss gegeben sein - nicht wachsen um des Wachstumswillen.

Industrialisierung «light»
Auch in den Anden macht die «Industrialisierung» nicht Halt - Strickmaschinen konnten rasch angeschafft werden. Fabio Höltschi von El Tucan bringt als Strickwaren-Fachmann den Frauen den Umgang mit den neuen Geräten bei. Dabei gibt er sein grosses Wissen weiter, zeigt kleine Tricks und bespricht mit ihnen Muster und Farben. Mit der Übung und dem Wissen erkennen die Mütter rasch ihre Fortschritte - die Freude wächst! Persönliche Erfolgserlebnisse werden gegenseitig wertgeschätzt.
Heute entstehen in erster Linie Accessoires in diversen Ausführungen wie Pulswärmer, Kappen, Halstücher, aber auch einfache Kleidungsstücke.
Corona-Pause
Durch die Pause im Besuchsturnus war die Entwicklung spannend zu beobachten. El Tucan ortet grosse Fortschritte. Einerseits die langsame Professionalisierung und Strukturierung in den Arbeitsabläufen und andererseits in der Zusammenarbeit. Vorher war Handstricken angesagt, eine Qualitätskontrolle existierte nicht, Kontinuität also entsprechend schwierig. Es galt also zu optimieren. Im Gegensatz zu früher, ist es den Strickerinnen heute möglich, ein Vielfaches an Kappen zu erstellen, dank ihrer Übung und ihrem Geschick. Die Mamas haben Erfolgserlebnisse! Das macht sie sehr stolz.
Design
Lateinamerika ist farblich anders unterwegs als Europa – funktionieren tut es trotzdem. Die Frauen sind interessiert an vorgeschlagenen und gewünschten Farbkombinationen. Im Gegenzug sind wir Europäer aber auch interessiert an bunten Stücken, welche uns im Winter etwas Stärkendes vermitteln. Stereotypen sollen überwunden werden.
Die Frauen sind offen für neue Produkte. Aktuell zum Beispiel einfache Kleidungsstücke. Vom technischen Wissen her gestaltet sich dies als schwierig. Da realisieren sie die Herausforderungen. Wenn ihnen Details erklärt werden, lernen sie zu verstehen. Im grossen Ganzen sie sind aber interessiert und wollen weiterkommen.
Wenn Fabio beispielsweise ein neues Produkt möchte, vereinfacht er es auf ihre Fähigkeiten oder er sendet ein Muster. Die Peruanerinnen melden dann zurück, wie sie es sehen und wie sie es herstellen könnten. Inputs kommen also auch aus Peru - das Miteinander funktioniert - es eröffnen sich neue Möglichkeiten und Perspektiven. Das Selbstvertrauen wächst kontinuierlich - eigenständiges Handeln wird sanft gefordert und gefördert mit «Wie kommen wir dahin?».
Material Alpaca
Die Frauen verarbeiten ausschließlich Alpakawolle. Alpakas leben im gesamten Andenraum, ca. 80% in Peru, Argentinien und Chile.
Bereits seit 1989 importiert El Tucan die Wolle und ist somit einer der ältesten Anbieter in der Schweiz für Alpaka-Strick. Familie Höltschi hat eine enge Bindung zu den Produzenten und schon bald erkannt, dass auch die Zusammenarbeit mit den beiden existierenden Alpaca-Spinnereien wichtig ist. Sie entwickeln sogar Garne nach deren Vorstellungen und Wünschen. In Cusco existieren auch zwei Läden, wo Con Corazón kleinere Mengen an Wolle direkt einkaufen kann. El Tucan regelt die Vorfinanzierung. Auf diese Weise übernehmen sie auch soziale Verantwortung. Dies zeigte sich insbesondere auch während der Coranazeit. El Tucan hat antizipiert - die Mamas haben produziert, obwohl für El Tucan kein Absatz existierte.
Marketing
Die Mamas wissen mittlerweile, dass man als Produzent auf Kundenwünsche eingehen muss, der Verkaufserfolg damit zusammenhängt. Durch einen guten Verkaufserlös können die Mamas für ihre Kinder eine bessere Schule bezahlen. Das beflügelt sie. Oder sie sind in der Lage, einen ersten Kochherd zu kaufen. Sie wissen, wenn ich mehr produziere und etwas spare, kann ich mir etwas leisten. Sie haben Freude - die Zusammenarbeit funktioniert gut.
El Tucan ist im wöchentlichen telefonischen Austausch. Ana als Gründungsmitglied und damals auch für die Organisation zuständig, ist heute das wichtige Bindeglied zwischen den Mamas und El Tucan resp. Con Corazón.

El Tucan – seit 35 Jahren auf Kurs!
Die Maschenprobe, welche am Ursprung für die Strickerinnen in Piñipampa steht, steht auch sinnbildlich für die Entwicklungsarbeit von El Tucan und die Zusammenarbeit mit Con Corazón. Um eine langfristige und nachhaltige Partnerschaft aufzubauen ist es wichtig, Komplexe auf die Basis und das Elementare aufzubrechen. Dies ermöglicht, zusammen auf Augenhöhe und mit Verständnis füreinander ein gemeinsames Produkt entstehen zu lassen.
Wer dahinter steht
El Tucan wurde 1990 von Peter Höltschi und seiner Frau Brigitte ins Leben gerufen. Im Zentrum standen schon vor 35 Jahren der direkte Austausch mit den Produzenten. Inzwischen ist auch die zweite Generation der Höltschis in das Unternehmen eingestiegen. Die Mitarbeiterzahl ist in den verschiedenen Ländern stark gestiegen. In diesem Sinne ist El Tucan der Brückenbauer um den Produzenten einen Zugang zum Schweizer Markt zu ermöglichen, ohne Umwege über Zwischenhändler.
Das Familienunternehmen Höltschi setzt schon seit Beginn in die Tat um, was die Konzernverantwortungsinitative und das Lieferkettengesetz fordern: einen ehrlichen Umgang mit allen Involvierten. Es ist ihnen wichtig, dass die Produzentinnen fair entschädigt werden und dank der direkten Zusammenarbeit die lokale Wertschöpfung grösser ausfällt.

Wie sich Con Córazon im sozialen Aspekt engagiert, engagiert sich El Tucan im wirtschaftlichen – da keine Zwischenhändler involviert sind, profitieren alle Beteiligten. Die Strickerinnen bekommen höhere Löhne, El Tucan produziert einzigartige Produkte und die Kundschaft freut sich über korrekte Preise. Win-Win für alle!
Fair Trade = Fairer Handel
Fair Trade- Produkte kauften ursprünglich Idealisten. Es spielte keine Rolle wie beispielsweise ein Kaffee schmeckte. Wichtig war der Ansatz, Gutes zu tun und Erzeugnisse zu fairen Preisen zu erstehen. Das Kundenbedürfnis hat sich mittlerweile auch geändert. Ursprünglich als «Nice to have», hat sich heute glücklicherweise auch das Bewusstsein entwickelt, nur ein Miteinander ist nachhaltig und sinnstiftend.
Für El Tucan arbeiten Frauen in Guatemala, Bolivien und Peru - hier entstehen vorwiegend Kleidungsstücke, dazu in Mexico die beliebten Hamacas, die Hängematten. Der Familie besucht die Produktionsstätten jährlich 1- bis 2-mal. Die Zusammenarbeit mit Con Corazón entstand vor genau 10 Jahren! Danièle Turkier schrieb eine Mail an El Tucan. Peter Höltschi war zufälligerweise gerade in Peru und besuchte das Atelier in Cusco. Bestimmung?
Heute ist El Tucan für den Aufbau, das Design und die Betreuung im Textilbereich sowie für den Absatz der wunderschönen Strickwaren verantwortlich. Käuflich erworben können sie an Märkten, vorwiegend im Mittelland (Aarau, Bern, Biel, Jura, Wallis usw.) und über den Web-Shop.
Kultur in den Anden
Familienalltag
In Peru, in der ländlichen Umgebung von Cusco, findet man noch sehr traditionelle Familienstrukturen. Die Lebenssituationen sind sehr unterschiedlich. Viele Männer arbeiten im informellen Sektor, zum Beispiel beim Lehmabbau in Bergbächen oder bei der Herstellung von Lehmziegeln. Ein Bild, wie wir es aus der Zeit vor der grossen Industrialisierung kennen, auch bezüglich Kinderarbeit.
Wir Europäer denken oft, dass Südamerikaner sehr offen sind und ihr Zuhause gerne zeigen. Fabio hat, bis auf zwei Ausnahmen, noch nie ein Zuhause von innen gesehen. Es wird als eine sehr persönliche Sache angesehen, die nicht unbedingt geteilt werden möchte. Wenn eine Peruanerin einem einen Besuch anbietet, ist das etwas ganz Besonderes.
Die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau ist sehr traditionell. Die Frau ist für das Wohlergehen der Familie verantwortlich und geht erst ausser Haus, wenn alles erledigt ist. Die Kinder gehen zur Schule und werden dort verpflegt. Das ist auch die Zeit, in der die Mütter arbeiten können, also in Teilzeit. Die Männer haben oft keine feste Beschäftigung. Der Alkohol ist ein Thema, wie man es aus anderen ärmeren Ländern auch kennt. Die Kinder sind das Wichtigste in der Familie und die Zukunft.
In Stadtnähe leben viele alleinerziehende Frauen. Sie flüchten vom Land in die Stadt, in der Hoffnung, Arbeit zu finden und somit ein eigenes Einkommen zu generieren – für sich und ihre Kinder.
Juli 2025






15-jähriges Jubiläum
AbgelaufenDas kleine, aber feine Schweizer Hilfswerk setzt sich nachhaltig für bedürftige Menschen in den abgelegenen Regionen der peruanischen Anden – rund um Cusco - ein. Nunmehr seit 15 Jahren!
Wie alles begann
Es begann im März 2010, während der Regenzeit in Peru. Die damals 28jährige Aarauerin, Danièle Turkier, befand sich auf einer sechsmonatigen Weltreise. Ihre Idee war, auf dem berühmten Inca Trail zum Machu Picchu zu wandern. Soweit sollte es allerdings nicht kommen: Erdrutsche und Überschwemmungen stürzten unzählige Menschen in eine grosse Not. Solche Bilder häufen sich leider bis zum heutigen Tag.
Die Verzweiflung und die Armut der betroffenen Menschen schockierten die junge Frau derart, dass sie sich couragiert beim Roten Kreuz vor Ort meldete. Die erste Woche sortierte sie Kleider und erfasste die betroffenen Familien. Parallel dazu sammelte sie in ihrem Umfeld in Aarau Geld. Doch wie soll dieses am sinnvollsten eingesetzt werden? Wie ist unnötiger Geldabfluss zu vermeiden? Sie besprach sich mit drei lokalen Freunden aus Cusco: Ana und Sonia (beide Krankenschwestern) und Juan (Psychologe). Die Idee eines eigenen Hilfswerks keimte und wurde Realität. Mit den ersten Spenden in Form von Salz, Pasta, Reis, Haferflocken und Zucker wurden Familien aus der Gemeinde Piñipampa, eine Stunde südlich von Cusco versorgt. Die Wahl des Ortes ergab sich daraus, dass die Menschen da bereits gut organisiert waren und Ansprechpersonen zur Verfügung standen. Die Bevölkerung erhielt bis anhin jedoch nur dürftige Unterstützung. Der Grundstein zur eigenen NGO Con Corazón war gelegt.

Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz koordinierte Danièle Turkier ihre Hilfe per Internet. Sie stand, wenn irgendwie möglich, täglich mit ihren Supportern vor Ort in Kontakt. Die drei Peruaner operierten von Anas Zuhause aus. Sie unterstützten die Bevölkerung in Piñipampa regelmässig und brachten den Notleidenden Lebensmittel, Kleider und Medikamente. Schwerpunktthema ist und war die Gesundheit der Menschen. Die klimatischen Bedingungen sind anforderungsreich. Im Juni beginnt der Winter im Hochland und bringt nachts ziemlich tiefe Temperaturen von durchschnittlich 0° Celsius. Durch die hohe Feuchtigkeit und die schlecht isolierten sowie geheizten Innenräume fühlt es sich viel kälter an.
Danièle Turkier hat sich dank ihres kommunikativen Talents rasch vernetzt. Es gelang ihr, einerseits finanzielle Mittel zu generieren, um die Vision auch umsetzen zu können. Andererseits auch das Wirken ihrer Teams in Peru und in der Schweiz zu organisieren. Sie ist sich nach wie vor bewusst, ohne gleichgesinnte und engagierte Menschen, wäre ein so kontinuierlicher Support in Peru nicht möglich. Ihre Mutter, die bekannte und ehemalige Gastronomin, Katharina Turkier, belegte im 2010 gleich Spanischunterricht. Sie wollte all die spanisch ausgestellten Belege auch wirklich verstehen, denn sie übernahm die Buchhaltung! Diese sowie das Controlling sind auch heute noch ihre Aufgabe bei Con Corazón. Sie war auch praktisch aktiv als Vorreiterin für die «Mamas», die Strickerinnen in Peru. Mit ihrem Wissen lehrte sie die Frauen das Handwerk. Auf diese Weise können sie regelmässig mithelfen, das Einkommen der Familien zu verbessern – Hilfe zur Selbsthilfe. Unter der Leitung und Verantwortung von Ana entstehen aktuell Accessoires wie Pulswärmer, Schals, Mützen und Stirnbänder. Auch da hat Entwicklung stattgefunden. Heute sind sogar Strickmaschinen im Einsatz – auch dieses Handling verlangte den «Mamas» einigen Enthusiasmus ab. Den Vertrieb der aus reiner Alpaka-Wolle hergestellten Unikate liegt beim Schweizerischen Fair Trade Händler «El Tucan». An Märkten und über den Web-Shop sind die erstklassigen Kreationen zu erwerben.
In Peru wird Danièle Turkier zwischenzeitlich grossartig durch das Team um Dr. Saulo Gamarra unterstützt. Sie lernte ihn und seine Zahnarztpraxis durch seine eigene NGO «Dentist Serving the Poor - Latin America» (DSP-LA) kennen. Diese wurde später integriert in Con Corazón. Er ist Zahnarzt und heutiger Direktor in Peru von Con Corazón. Dank seines fundierten Fachwissens und seiner übereinstimmenden Überzeugungen setzt er gemeinsam entwickelte Ideen um und bringt sein Know-how ein. Das Medical Center entstand 2016 dank dem finanziellen Support des Rotary Club Aarau. Hier finden Menschen Unterstützung bei zahn- und medizinischen Problemen. So erhalten unterversorgte Gemeinden wichtige medizinische Dienstleistungen. Auf diese Weise verbessert sich der Zugang zur Gesundheitsversorgung. Das Angebot umfasst zudem ein einfaches Labor und eine Apotheke. Geschultes medizinisches Personal behandelt häufige Krankheiten, bietet Präventionsmassnahmen an und klärt die Bevölkerung über Hygiene- und Gesundheitspraktiken auf. Sie lernen fortwährend auch, dass sie sich selber Sorge tragen können. Das Verantwortungsbewusstsein nimmt zu.

Als weiterer Meilenstein geht die Installation von rauchlosen Metallöfen in die Geschichte ein. Es ist eine innovative Lösung anstelle der herkömmlichen Kochmethode am offenen Feuer. Reduziert sind damit Luftverschmutzung in Innenräumen und die Belastung durch Toxine, welche Atemwegserkrankungen begünstigen. Dieses Projekt konnte ebenfalls dank dem Rotary Club Aarau realisiert werden.

Im 2023 erfolgte ein grosser Erweiterungsschritt mit der mobilen Zahnklinik. Dies war möglich dank der grosszügigen Unterstützung des Sponsors Ivoclar. Anlässlich des 100jährigen Jubiläums wurde Con Corazón Teil des Ivoclar Joy Programms. Die mobile Zahnklinik reist zu ländlichen und marginalisierten Bevölkerungsgruppen. Angebote wie Prävention, Reinigung, Füllungen, Extraktionen und Mundgesundheitserziehung sind hier die grundlegenden Dienstleistungen. Freiwillige Zahnärzte, Zahnarzthelferinnen und Freiwillige mit unterschiedlichem Hintergrund sind unermüdlich im Einsatz.

Ein weiteres wichtiges Thema widmet Con Corazón aktuell der gesunden Ernährung. Kapp 50 % der unter fünf Jahre alten peruanischen Kinder leiden an Anämie (Blutarmut). In lokalen Schulen werden nährstoffreiche Mahlzeiten angeboten. Um die Mangelernährung zu bekämpfen werden die Kinder und ihre Familien angeleitet, die Zufuhr von Eisen zu bevorzugen. Auch wird das Wissen um den Anbau von Hülsenfrüchten, Obst, Eiweiss und Gemüse soweit wie möglich transferiert.
Con Corazón fungiert als NGO. Menschen aus Industrieländern, welche in den peruanischen Anden ein Volontariat machen möchten sind sehr wichtig, bringen sie doch Fachwissen, Ressourcen und neue Perspektiven in die lokalen Gemeinschaften.
2024 war ein Jahr der Konsolidierung. Die Programme wurden gestärkt. Das Wirken in den lokalen Gemeinschaften vertieft. Spannend zu sehen ist, dass die Bemühungen Früchte tragen. Natürlich gab und wird es auch Herausforderungen geben, die es zu meistern gilt. Um die Arbeit fortsetzen zu können, ist Con Corazón auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Jeder Beitrag hilft, die Anstrengungen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und nachhaltige Entwicklung auszuweiten. Kleine und grosse Spenden sind herzlich willkommen.
Für 2025, dem Jubiläumsjahr, sind vor Ort diverse Aktivitäten geplant.
Januar 2025
Ein Traum ging in Erfüllung
Abgelaufen«Meine Zeit bei Con Corazón hat meine Erfahrungen in Peru zu etwas ganz Besonderem, Authentischem und Unvergesslichem gemacht. Das Ziel meines Sabbaticals als Lehrerin war nicht nur zu reisen, sondern das Land, seine Menschen, seine Kultur und seine Sprache wirklich kennen zu lernen.»
Der Freiwilligendienst bei Con Corazón hat mir geholfen, diesen Traum zu erfüllen!
Ich bin mit Freunden nach Peru gereist. Sobald ich in Cusco ankam wurde mir klar, dass ich gerne länger bleiben möchte, um wirklich in die Kultur des Landes einzutauchen. Ich war auf der Suche nach einer Organisation, die sich mit Gesundheitsförderung beschäftigt und kam dabei mit Saulo von Con Corazón in Kontakt. Die Kommunikation war einfach und freundlich und nur drei Tage später schloss ich mich dem Team an, um zum ersten Mal nach Marampaqui zu fahren, was meine erste unglaubliche Erfahrung war!
Zweimal im Monat fährt das gesamte Team drei bis vier Stunden (einfache Strecke) in das Dorf Marampaqui , welches praktisch keine Infrastruktur hat, um dort zahnärztliche und medizinische Hilfe zu leisten. Ich konnte mir ein Bild von der wertvollen Arbeit machen, die dort geleistet wird. Zudem konnte ich bei der Dokumentation der Behandlungen und den «Charlas» (Präsentationen zu Präventionsthemen) helfen.
Meine grösste Herausforderung, aber auch der grösste Erfolg für mich war es, in zwei Schulen kleine «Charlas» zu halten. Ich bin sehr dankbar, dass Con Corazón mir die Möglichkeit gegeben hat, mit den Schülern der Klassen 1 bis 6 über die Bedeutung von gesunder Ernährung und Handhygiene zu sprechen.
Wie bin ich dorthin gekommen?
In meiner ersten Woche bei Con Corazón konnte ich einen der Zahnärzte begleiten, der mit den Schülern über die Bedeutung und die richtige Art des Zähneputzens sprach. Als Lehrerin für Gesundheitserziehung wäre ich durchaus in der Lage gewesen, Con Corazón bei allen Arten von Gesundheitsförderung zu unterstützen. Mein Spanisch war jedoch zu diesem Zeitpunkt noch sehr rudimentär. Aus diesem Grund habe ich mich nicht getraut, die Gespräche alleine zu führen.
Aber – nach nur anderthalb Wochen - wurde mein Spanisch immer besser und mein Selbstvertrauen wuchs, so dass ich meine erste eigene «Charla» machte! Saulo hat mich dabei unterstützt und gefördert - ich bin so dankbar für sein Vertrauen. Es war für die Kinder und mich eine grossartige und wertvolle Erfahrung.
Auch die tägliche Arbeit in der Zahnklinik, wo ich den Zahnärzten assistierte, hat mir sehr viel Spass gemacht. Hier war die erste Woche ebenso herausfordernd. Die spezifischen Begriffe, die bei der zahnärztlichen Behandlung verwendet werden, waren mir nicht vertraut, insbesondere nicht auf Spanisch.
Aber ich lernte schnell und in der zweiten Woche konnte ich einen der Zahnärzte bei der Zahnkampagne selbstständig unterstützen. Auch das war eine einzigartige Erfahrung. Die Organisation von Con Corazón ist sehr effizient – so realisierte sie eine Aktion mit mehreren Zahnärzten, um eine möglichst grosse Anzahl von Schülern aus armen Familien gleichzeitig zu behandeln.
Als Lehrerin im Bereich der Gesundheitserziehung war es erstaunlich zu sehen, wie Gesundheitsförderung in unterschiedlichen Projekten umgesetzt werden kann, nämlich mit viel Leidenschaft und Herz!
Danke an alle Personen von Con Corazón, die mich so gut integriert haben! Von Anfang bis Ende habe ich mich wie ein Teil des Teams gefühlt!
Michaela


August 2024
Teamwork in unserer Organisation
Abgelaufen«Ich geniesse das kollegiale Arbeitsumfeld. Mit talentierten, kompetenten und hilfsbereiten Menschen zusammenzuwirken, steigert nicht nur die Produktivität, sondern macht jeden Tag auch Spass», sagt ein Teammitglied.
In unserer Organisation wissen wir: Erfolg entsteht oft durch Teamarbeit. Wir sind überzeugt, wenn wir unsere Komfortzone verlassen und unsere Ziele erreichen, motiviert uns das zu neuen Höhenflügen! Wenn wir zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen, erreichen wir mehr als eine Person allein. Dabei bringen wir unsere unterschiedlichen Fähigkeiten und Perspektiven ein.
Dazu gehört auch, unbequeme Aufgaben aktiv anzugehen. Dies ist für uns ein Zeichen von Wachstum, Innovation und spornt uns zu Höchstleistungen an. Es geht darum, sich gegenseitig zu ermutigen, Risiken einzugehen, neue Ansätze auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen. Wir fördern Teamkultur, gegenseitige Wertschätzung sowie die Bereitschaft eigene Grenzen auszuloten und zu überschreiten. Unsere Erfahrung zeigt: Das ist der Schlüssel zum persönlichen und organisatorischen Erfolg!
Die meisten Mitglieder unserer Organisation sind gelernte Zahnärztinnen und Zahnärzte. Einige von ihnen erfüllen neben ihrem angestammten Beruf weitere Funktionen. Durch Gruppen- und Einzelschulungen konnten wir sie mit den Aufgaben vertraut machen, die wir ihnen übertragen wollten. Sie stellen eine Herausforderung dar und spornen zu weiterem Lernen an. Alle Teammitglieder sehen sich als unentbehrlich in unserem Konzept, alle erfüllen Aufgaben ausserhalb ihrer eigentlichen Arbeit. Wir sind stolz auf sie! Damit ergänzen sie unsere Pläne und Ziele optimal.
Besonders erwähnen möchten wir eine unserer Mitarbeiterinnen. Erst seit kurzer Zeit hat sie ihre Ausbildung zur Zahnärztin abgeschlossen, mit einem Master in Public Health Management. Durch ihr bemerkenswertes Engagement und Geschick, erfüllt sie bei uns drei zusätzliche wichtige Aufgaben: Projektkoordination, Verwaltungsarbeit und den Empfang. Um all diese Jobs zu bewältigen, setzt sie ihre universellen Fähigkeiten ein – ihre Arbeitsmoral ist konstant und unvergleichlich. Ihr Engagement überträgt sie auf das ganze Team, ihre Spitzenleistungen inspirieren uns alle. Sie kennt die Terminologie des Gesundheitswesens und all unsere Aktivitäten. Bei Bedarf führt sie auch Zahnreinigungen in der Zahnklinik in Cusco und im Gesundheitszentrum in Marampaqui durch. Eine ihrer ganz persönlichen Leidenschaften ist die Tierpflege. Sie setzt sich ein für ausgesetzte Hunde in Stadt und Land, indem sie sie mit Futter versorgt und bestimmt auch mit der einen oder anderen Streicheleinheit. Ihre Haltung und Moral ermutigen uns, bessere Menschen zu werden.
Kulturbewusstsein
Gerne erzählen wir über zwei weitere Teammitglieder – über eine Krankenschwester und einen Gesundheitsförderer. Sie beide haben ein hohes kulturelles Verständnis für ihre Patientinnen und Patienten. Wir sind davon überzeugt, dass sie hinsichtlich empathischer Pflege eine Vorbildfunktion ausüben. Indem wir die unterschiedlichen kulturellen Hintergründe anerkennen und respektieren, fördern wir das Vertrauen und das Verständnis unserer Klientinnen und Klienten – unerlässliche Faktoren für eine effektive Gesundheitsversorgung.
Ihre Sensibilität für kulturelle Nuancen gibt den Patienten das Gefühl des Gehört-Werdens und der Wertschätzung, was zu besseren Ergebnissen führt. Sie verkörpern damit das Wesen der patientenorientierten Versorgung und bereichern das System der Gesundheitsversorgung für alle. Der Grund liegt darin, dass beide aus derselben Region stammen – aus hoch gelegenen Andendörfern, umgeben von Bergen, Tieren und Getreidefeldern. Deshalb verstehen sie unsere Patientinnen und Patienten auch aus einer anderen Perspektive. Der Rest des Teams profitiert während unseren zahnmedizinischen Kampagnen von diesen Erfahrungen. Dank ihnen wissen und verstehen wir, dass es Aktivitäten gibt, die wir nach ihren und nicht nach unseren Regeln durchführen müssen. Auf diese Weise ist es uns gelungen, unsere Beziehungen zum Dorf zu verbessern und mehr Respekt und Vertrauen zu gewinnen. Die Bewohner schätzen die Art und Weise, wie unser Team arbeitet.
Arbeitsumfeld
Die Schaffung einer angenehmen Arbeitsumgebung ist für die Förderung von Produktivität, Kreativität und Zufriedenheit der Teammitglieder unerlässlich, insbesondere eine offene Kommunikation. Diese geschieht durch das Einrichten von Feedback- und Kollaborationskanälen über soziale Medien (wir verwenden in der Regel WhatsApp), Telefonate und persönliche Treffen. Dies ermöglicht eine laufende Kommunikation. Auf diese Weise sind wir immer über die neuesten Ereignisse im Team informiert. Zudem wollen wir Erfolge anerkennen und feiern – einerseits zum Stärken von Motivation und Moral und andererseits, um eine positive Atmosphäre zu schaffen. Ausserdem bieten wir Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und zum beruflichen Wachstum. Damit zeigen wir den Mitarbeitenden: «Eure Beiträge werden geschätzt und ihr habt eine Zukunft im Unternehmen!»
Wir alle sind Teil von Inklusion und Vielfalt – jede Stimme wird gehört und respektiert. Durch regelmässige Besprechungen haben wir ein offenes Ohr für die Anliegen, Sorgen und auch Erfolge jeder Person. Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist beispielsweise ein Thema. Wo immer möglich, bieten wir flexible Arbeitszeiten an. Wohlbefinden und Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden sollen im Zentrum stehen. Damit schaffen wir ein fruchtbares und unterstützendes Arbeitsumfeld. Ein Teammitglied drückt dies so aus: «Ich geniesse das kollegiale Arbeitsumfeld. Mit talentierten, kompetenten und hilfsbereiten Menschen zusammenzuwirken, steigert nicht nur die Produktivität, sondern macht jeden Tag auch Spass.»
Wo Licht ist, ist auch Schatten
Bei vielen Gelegenheiten haben wir uns individuell und im Team mit Stress auseinandergesetzt. Die Arbeit in einer Gesundheitseinrichtung kann befriedigend sein, aber sie kann auch stressige Elemente enthalten. Eine effektive Stressbewältigung ist entscheidend für das Wohlbefinden und die Qualität der Pflege. Unsere Strategie besteht darin, der Selbstfürsorge Priorität einzuräumen, einschliesslich regelmässiger Bewegung, gesunder Ernährung und ausreichendem Schlaf. Auch das Setzen realistischer Ziele, sowohl am Arbeitsplatz als auch im Privatleben kann helfen, Stress abzubauen.
Effektive Kommunikation ist der Schlüssel in einer Gesundheitseinrichtung. Es ist wichtig, Bedenken zu äussern und die Unterstützung von Kollegen und Vorgesetzten zu suchen. Der Aufbau eines Netzwerks zur gegenseitigen Unterstützung kann ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln, das Gefühl der Isolation und Ausgrenzung verringern. Es ist auch eine prima Idee, an Aktivitäten teilzunehmen, die Stress abbauen, z.B. an Gemeinschaftsveranstaltungen wie Geburtstagsfeiern, Karaoke-Abenden und gemeinsamen Wanderungen. Das nächste Mal wollen wir zu den heissen Quellen in der Nähe von Marampaqui fahren.
In unserem Team sagen wir oft: «Kümmere dich um deine Probleme, bevor die Sonne untergeht», also vor Feierabend. So vermeiden wir, dass Probleme mit nach Hause genommen werden und latent bleiben. Wenn sich die Mitarbeitenden rechtzeitig mit ihren persönlichen Problemen oder denen einer Kollegin, eines Kollegen auseinandersetzen, reduzieren wir negative Gefühle, die trotz aufmerksamem Miteinander entstehen können. Alle im Team sind auf diese Weise fähig, die Anforderungen und Hürden ihrer Arbeit besser zu bewältigen. Jedes Teammitglied spielt eine sehr wichtige Rolle in unserer Organisation und trägt zu unserem Erfolg bei.
Es ist ebenso grossartig, gemeinsam an der Gestaltung einer besseren Welt zu arbeiten!
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«Ich habe kaum noch Geld, um ein Busticket nach Cusco zu bezahlen. Jetzt kostet es zu viel, um mir Lebensmittel zu besorgen.» Vidal Quispe, Einwohner von...
WeiterlesenNachhaltige Entwicklungsziele
Eine nachhaltige Zukunft für alle, damit alltäglichen globalen Herausforderungen wie Armut, Ungleichheit, Umweltverschmutzung, Klima, Wohlstand, Frieden und...
WeiterlesenEine Geschichte des Aufschwungs
«Ich habe das Gefühl, dass dies eine zweite Chance für mich ist, und dieses Mal werde ich es besser machen.» Die Quarantäne- und physischen...
WeiterlesenUmzug der Zahnklinik in Cusco
Unsere Geduld und Flexibilität wurden auf die Probe gestellt. Die Erfahrung des Umzugs einer ganzen Zahnklinik ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung....
WeiterlesenKooperation führt zur Fusion
Es geht um eine tolle Geschichte, wie sich zwei finden, um zu helfen und um sich gegenseitig weiterzubringen. Dr. dent Saulo Gamarra und Danièle Turkier...
WeiterlesenVideoreportage von Danièle
Hier ist ein V-Blog vom letzten Besuch von Danièle Turkier, unserer Präsidentin, in Peru. Sie spricht auf Schweizerdeutsch zu den Spendern des Rotary Clubs...
WeiterlesenEhrenamtliche Zahnärztin im Einsatz
Wir haben Besuch der Zahnärztin Dr. dent. Sylva Götschl aus Deutschland erhalten. Sie ist eine engagierte Frau, die gerne arbeitet, um Menschen helfen zu...
WeiterlesenErfahrungen von unseren Volontären
Unser Einsatz im Medical Center erstreckte sich erstreckte sich über die Dauer von zweieinhalb Monaten. Durch die vor Ort tätige Krankenpflegerin Ana wurden...
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